
Die Geschichte des Kongresses
"Das erste Mal, als ich ein Kunsttherapie-Atelier betrat, wusste ich sofort, dass ich am richtigen Ort war."
Und du, an welchem Ort können sich deine Farben am Besten entfalten?
Dieser Kongress ist ein Projekt, das mir besonders am Herzen liegt, entstanden aus dem Wunsch, den Austausch zu fördern, die Kunsttherapie ins Rampenlicht zu rücken und das Verständnis für diese Praxis beim Publikum zu vertiefen.
Kunsttherapie ist bei weitem mehr als nur eine Methode! Dieses Projekt wird von einer tiefen Neugier angetrieben und dem Wunsch, die Vielfalt der Kunsttherapie zu teilen: ihre vielen Facetten, die Lebensgeschichten und Erfahrungen der Therapeuten. Ziel ist es, dass sich jeder frei und inspiriert fühlt, seinen eigenen Weg zu entdecken oder weiterzuverfolgen.
"Ich hoffe, dass dieser Kongress Freude und Energie bringt, um das wir gemeinsam Neues zu schaffen."
Thérésa & Cleo
Hinter diesem Kongress steht ein Weg – ein ganz persönlicher.
Die Initiatorin
In einer einzigen Nacht verlor ich alles, was ich kannte: die Beziehung, die Wohnung, den Job. Neustart in einem fremden Land – ohne Familie, ohne Netz, ohne Sicherheit. Es war der mutigste Moment meines Lebens.
Aber diese Nacht kam nicht aus dem Nichts.
2009 verlor ich meine Mutter. Drei Jahre Krebs, und dann – Stille. Mit diesem Verlust begann etwas in mir zu suchen: Halt, Sinn, Sicherheit. Ich funktionierte, war stark, „alles gut". Und doch spürte ich, wie ich mich mehr und mehr an äußeren Dingen festklammerte, um nicht zu spüren, was innen war.
Ich bin Thérésa Doyle. Schon als Kind fand ich meinen Weg über den Körper – durch Theater, Zirkus, Bewegung. Damals wusste ich noch nicht, warum mich das so zog. Ich folgte einfach dem, was mich lebendig machte. Erst viel später konnte ich es benennen: Es war immer der Körper. Der Körper als Heimat, als Kompass – der Ort, wo ich lernte, mir selbst zu vertrauen. Nicht dem Außen, nicht dem Verstand. Meinen Empfindungen, meinen Gefühlen – sie wussten oft mehr als ich.
November 2019 war der Moment, in dem ich endlich mir selbst vertraute, in dem ich Stopp sagte, in dem ich alles losließ, was nicht mehr stimmte. Und dabei gewann ich das Wertvollste: mich. Und die stille Gewissheit: Was auf dieser neuen leeren Seite stehen wird, weiß ich noch nicht. Aber ich weiß: Es wird großartig.
Dieser Weg hat mich gelehrt: Tiefe Transformation geschieht selten im Kopf. Sie geschieht im Körper, in den Empfindungen, im Symbolischen, im kaum Fassbaren.
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Heute begleite ich Menschen, die bereits auf ihrem Weg sind – und die bereit sind, über das Mentale hinauszugehen. Menschen, die ihre eigene Souveränität zurückgewinnen wollen, die sich trauen, ihren Weg zu gehen, und die mit Neugier entdecken, wer sie wirklich sind. Die lernen, sich selbst zu begegnen – und sich in sich selbst zu verlieben.
Thérésa Doyle - www.theresadoyle.de


Die Unterstüzerin
Cleo war bereits bei der ersten Edition als Referentin Teil des Kongresses und unterstützt heute dabei, ihm mehr Struktur, Kraft und Sichtbarkeit zu geben.
Kunst war für sie früh eine große Schwester. In schwierigen Zeiten halfen ihr Fotografie, Schreiben und Musik, bei sich zu bleiben, Schweres zu tragen und eigene Räume der Erleichterung zu finden.
Heute arbeitet Cleo an der Schnittstelle von Kunst, Körperwissen und psychologischer Praxis.
Ihr Weg begann mit einer Ausbildung in Holzbildhauerei im Kunsthandwerk. Anschließend studierte sie Textilkunst und angewandte Kunst. Parallel prägten Tanz und Yoga ihren Zugang zum Körper. Seit ihrem 14. Lebensjahr beschäftigt sie sich über die Yogapraxis mit Philosophie, Bewusstsein und psychologischen Fragen. Nach dem Studium absolvierte sie eine Ausbildung zur Yogalehrerin.
Als Medienkünstlerin arbeitete sie mehrere Jahre in Leipzig mit Video, Kamera und performativen Formaten und besuchte verschiedene Klassen der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Später folgte die Ausbildung zur Kunsttherapeutin. Heute ist sie anerkannte Kunsttherapeutin im Deutschen Fachverband für Kunsttherapie und Gestaltungstherapie und bildet sich kontinuierlich im traumainformierten Arbeiten weiter, unter anderem in PITT und SEI.
Bereits in ihren frühen Ausbildungsjahren setzte sie sich mit Fragen nach Macht, Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Strukturen auseinander. Dieser feministische Blick prägt ihre künstlerische und therapeutische Arbeit bis heute. Für sie ist traumasensibles Arbeiten immer auch eine gesellschaftliche Haltung, denn viele seelische Verletzungen entstehen nicht nur im Privaten, sondern auch aus strukturellen Ungleichheiten, patriarchalen Prägungen sowie Erfahrungen von Gewalt und Ausschluss. Diese Zusammenhänge sichtbar zu machen und in der therapeutischen Arbeit mitzudenken gehört für sie selbstverständlich dazu.
In ihrer Praxis verbindet sie künstlerischen Ausdruck, Körperwahrnehmung und kunsttherapeutische Methoden zu Räumen, in denen Menschen wieder in Kontakt mit sich selbst kommen können.